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Beim sog. Reverse-Charge-Verfahren (§ 13b UStG) schuldet nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer. Führt ein Unternehmer eine Leistung aus, die unter das Reverse-Charge-Verfahren fällt, musste er bislang in seiner Rechnung auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers „hinweisen“. Für diesen Hinweis kamen diverse Formulierungen infrage.

Ab dem 1. Januar 2014 muss eine entsprechende Rechnung zwingend die Angabe „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ enthalten. Die Finanzverwaltung erkennt wiederum auch Formulierungen in anderen Amtssprachen an, wie sie in Art. 226 Nr. 11a MwStSystRL in der jeweiligen Sprachfassung für den Begriff „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ verwendet werden (z. B. „Reverse charge“). Fehlt diese Angabe oder wird stattdessen eine andere Formulierung gewählt, hat dies keine Auswirkungen auf den Vorsteuerabzug, denn dieser setzt in im Falle des Reverse-Charge-Verfahrens keine ordnungsgemäße Rechnung voraus.

Bei grenzüberschreitenden Reverse-Charge-Leistungen „über die Grenze“ erbracht, stellt sich die Frage, ob die Rechnung nach in- oder ausländischem Recht erteilt werden muss. Maßgeblich ist dafür gemäß dem AmtshilfeRLUmsG folgende Differenzierung:

  1. Ausländischer Unternehmer (EU- Unternehmer) rechnet über Reverse-Charge-Leistung im Inland ab

    Werden Reverse-Charge-Leistungen im Inland (Deutschland) von einem ausländischen EU- Unternehmer, der weder über Sitz noch Geschäftsleitung im Inland verfügt, erbracht, sind für die Rechnungserteilung die Vorschriften des ausländischen EU-Mitgliedstaates anzuwenden (§ 14 Abs. 7 UStG), in dem der Unternehmer Sitz, Geschäftsleitung oder eine Betriebsstätte hat, von der aus der Umsatz ausgeführt wird. Fehlt es an einem „Sitz“, sind Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt maßgeblich.

    Wird mit einer Gutschrift abgerechnet, gilt die o.g. Regelung nicht, sodass in diesem Fall der deutsche Leistungsempfänger in seiner Gutschrift die deutschen Vorgaben (§ 14 Abs. 4 UStG) zu beachten hat.

  2. Inländischer Unternehmer rechnet über Reverse-Charge-Leistung im EU-Ausland ab

    Rechnet ein inländischer Unternehmer über eine Reverse-Charge-Leistung ab, die er im EU-Ausland erbracht hat, kommt das inländische Recht zur Anwendung (§ 14a Abs. 1 UStG). Dies gilt nicht, wenn an dem Umsatz eine Betriebsstätte in dem betreffenden EU-Mitgliedstaat beteiligt ist oder eine Abrechnung mittels Gutschrift vereinbart wurde. Darüber hinaus muss die Rechnung weiterhin die USt-IdNr. sowohl des leistenden Unternehmers als auch die des Leistungsempfängers enthalten. Die Rechnung kann in deutscher oder ggf. englischer Sprache erstellt werden.
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