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Umsatzsteuerliche Behandlung von innergemeinschaftlichen Dienstleistungen

1. Leistungserbringung an ein Unternehmen (Business to Business, B2B) in Luxemburg

Im Hinblick auf die Frage, wo eine Dienstleistung besteuert wird, ist die Bestimmung des Leistungsortes maßgeblich. Normalerweise schuldet der Leistungserbringer die Umsatzsteuer, sprich die Dienstleistung wird am Sitz des leistenden Unternehmens besteuert.

Mit dem Inkrafttreten der europäischen Mehrwertsteuer- Richtlinien 2008/8/EG und 2008/9/EG unterliegt die Leistung im Falle des innergemeinschaftlichen Dienstleistungsverkehrs zwischen mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmern (B2B-Umsätze) seit dem 1. Januar 2010 der Besteuerung am Sitz des Leistungsempfängers. Diese Verlagerung der Umsatzsteuerschuld wird als Reverse- Charge- Verfahren  bezeichnet. Der Ausweis ausländischer Umsatzsteuer bzw. die umsatzsteuerliche Registrierung des leistenden EU- Unternehmers im EU- Ausland ist mithin nicht erforderlich, was eine große Vereinfachung sowohl für den Fiskus, als auch für das leistende Unternehmen mit sich bringt. Der leistende Unternehmer stellt seinen gewerblichen Kunden folglich ausschließlich das Nettoentgelt in Rechnung. Allerdings muss er in seiner Rechnung ausführen, dass die Leistung im Land des Empfängers als erbracht gilt und Letzterer Steuerschuldner ist. Der Nachweis über die unternehmerische Eigenschaft des Leistungsempfängers im EU-Ausland ist durch das Vorliegen einer Umsatzsteueridentifikationsnummer (USt-IdNr.) gewährleistet.  

Das Reverse- Charge- Verfahren findet mit der Umsetzung der Mehrwertsteuer- Richtlinien auch in Luxemburg Anwendung. Erbringt ein EU- Unternehmen eine Leistung an einen mehrwertsteuerpflichtigen Kunden in Luxemburg, schuldet der Letztere die Mehrwertsteuer. Er deklariert den Betrag der Luxemburger Umsatzsteuer gegenüber seinem Finanzamt und zieht ihn unter den allgemeinen Voraussetzungen als Vorsteuer ab. Das Reverse-Charge-Verfahren gilt jedoch in Luxemburg nicht uneingeschränkt. So findet dieses Verfahren keine Anwendung auf Warenlieferungen. Dazu zählen insbesondere Bau- und Montagearbeiten am Bau. Hingegeben bleibt der Leistungsempfänger Steuerschuldner, wenn Beratungsdienstleistungen mit intellektuellem Schwerpunkt erbracht werden, Personal gestellt wird oder bewegliche körperliche Gegenstände, mit Ausnahme von Fahrzeugen, vermietet werden. Sofern Luxemburg als Leistungsort gilt, das Reverse-Charge-Verfahren jedoch keine Anwendung findet, muss sich das leistende Unternehmen in Luxemburg zu Mehrwertsteuerzwecken registrieren lassen. Die steuerliche Registrierung erfolgt in Luxemburg bei der Einregistrierungsverwaltung (Administration de l ´Enregistrement et des Domaines).

 

2. Leistungserbringung an eine Privatperson (Business to Consumer, B2C) in der EU

Bei Dienstleistungen für Privatpersonen im Binnenmarkt erfolgt die Besteuerung weiterhin an dem Ort, von dem aus der leistende Unternehmer sein Unternehmen betreibt. Denn das Reserve- Charge- Verfahren findet, wie bereits oben erwähnt, in diesen Fällen keine Anwendung. Erbringt ein luxemburgisches Unternehmen eine Dienstleistung an einen Privatkunden in der EU, bleibt es Umsatzsteuerschuldner und berechnet mithin die luxemburgische Umsatzsteuer. Diese beträgt in Luxemburg 15 % und ist für einige Leistungen (z.B. Management-Dienstleistungen 12%, Rohstoffe und Gartenbaupflanzen 6% und Lebensmittel, ärztliche Behandlung, Bücher und Zeitungen 3%) ermäßigt.


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